| Jitka Hanzlovà – Forest3. Dezember 2005 bis 19. Februar 2006 im Museum Folkwang |
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Die Ausstellung FOREST zeigt 45 Arbeiten der in Essen lebenden Fotografin Jitka Hanzlovà und gibt den Querschnitt eines Langzeitprojektes wieder, welches in ihrer tschechischen Heimat entstanden ist. Das Thema Wald ist in der Fotografie nicht neu. Betrachtet man jedoch die Bilder Jitka Hanzlovàs, so ist es nicht leicht, diese einem bestimmten Genre zuzuordnen. Es sind keine reinen Landschaftsaufnahmen oder Dokumentationen eines Waldzustandes. Will man ihre Serie benennen, sollte man vermutlich von Wald-Portäts sprechen, wenn es diesen Begriff gäbe. Denn es geht der Fotografin um einen ganz konkreten Ort, der ihre Vorstellung von Heimat mitgeprägt hat. Sie versucht die verschiedenen Eigenschaften und Charaktere der Waldlandschaft, fotografisch zu fassen. Der mythische Ort wird von ihr erkundet und über verschiedene Sichtweisen dargestellt. Sie zeigt den Wald als Metapher, als konkrete Landschaft, aber auch als Ort, an dem die Grenze zwischen Phantasie und Wirklichkeit dünn wird. Mit einer Beharrlichkeit und Ausdauer näherte sich Jitka Hanzlovà fotografisch den Wäldern ihrer Kindheit, ihrer eigenen Geschichte. Beharrlich insofern, als dass sie sich zu jeder Jahreszeit dorthin begab und das über den Zeitraum der letzten fünf Jahre. Vergleichbar ist diese Herangehensweise mit ihrer Serie Rokytník. Sie fotografierte das gleichnamige tschechische Dorf und die dort lebenden Menschen zwischen 1990 und 1994. Der britische Schriftsteller, Maler und Kunstkritiker John Berger bezeichnet ihre Waldbilder in seinem begleitenden Buchtext als zeit- und schwerelos. Eine Bildwirkung, die durch die zurückgenommene Farbigkeit verstärkt wird. Nur in einigen Fotografien blitzen Farbakzente auf, wenn sich beispielsweise pinkfarbene Blütenblätter kontrastreich von einem grünalgigen Tümpel abheben. Ihre Bildsprache ist sachlich und die Komposition wirkt streng. Dennoch haben ihre Arbeiten auch etwas zufälliges, wie beispielsweise in der Darstellung der Spinne, die vor dem wolkenlosen Himmel ihre Fäden spannt. Der Wald besteht, wie John Berger treffend sagt, aus dem ‚dazwischen’; zwischen den Bäumen, zwischen dem Untergrund und den Lichtungen, zwischen allen Lebenszyklen und Zeitskalen. Die Künstlerin suchte diese Zwischenräume auf und lockt den Betrachter in den Wald, der in ihren Fotos gleichermaßen einladend, verboten und angsteinflößend wirkt. Jitka Hanzlová wurde 1958 in Náchod in der Tschechoslowakei geboren. 1982 kam sie nach Deutschland und studierte Fotografie und Kommunikationsdesign in Essen. Sie wurde 1993 mit dem Otto-Steinert-Preis ausgezeichnet, 2002 wurde sie für den Londoner Citibank Prize für Fotografie nominiert und erhielt 2003 den Grand Prix Award – Project Grant 2003, Arles. Sie nahm an zahlreichen Gruppenausstellungen teil und wurde international in Einzelausstellungen gezeigt. Veröffentlicht im Museum Folkwang. Begleittext zur Ausstellung |
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